{"id":139,"date":"2007-10-29T22:30:00","date_gmt":"2007-10-29T21:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frankbauer.net\/blog\/?p=139"},"modified":"2011-03-31T07:34:25","modified_gmt":"2011-03-30T23:34:25","slug":"der-zweite-marathon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.frankbauer.net\/blog\/2007\/10\/29\/der-zweite-marathon\/","title":{"rendered":"Der zweite Marathon"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify; font-family: arial;\">Heute morgen ging es zum zweiten Marathon innerhalb von vier Wochen, den Frankfurt-Marathon. Nach Berlin habe ich 1,5 Wochen regenerativ trainiert, danach nochmal 1,5 Wochen extensives Training mit einem 35km-Lauf mit einer Endbeschleunigung von 15km auf vollem Marathon-Tempo (4:57 min\/km). Danach noch eine weitere regenerative Woche vor dem Frankfurt-Marathon.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.frankbauer.net\/images\/VorDemMarathon.jpg\"><img decoding=\"async\" style=\"margin: 10px 10px 10px 0px; float: left;\" src=\"http:\/\/www.frankbauer.net\/images\/VorDemMarathon2.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a>Gl\u00fccklicherweise war der Start nur 700m von meiner neuen Wohnung entfernt, sodass ich mir gar keinen Stress machen musste. Gelaufen bin ich zusammen mit meinem Kumpel Willi, mit dem ich eigentlich schon den Hamburg-Marathon laufen wollte. In der etwas chaotischen Startaufstellung fanden wir dennoch den 3:29:00 Pace-L\u00e4ufer, dem wir m\u00f6glichst bis ins Ziel folgen wollten. Die ersten Kilometer f\u00fchrten in einer Schleife durch die Innenstadt von Frankfurt. Der Pace-L\u00e4ufer legte auf den ersten km Zeiten von ungef\u00e4hr 4:50 hin, was uns\/mir eigentlich etwas zu schnell war, ich wollte mein Pulver nicht gleich am Anfang verschie\u00dfen. Dennoch sind wir ihm gefolgt, so rein psychisch ist ein Zugl\u00e4ufer schon sehr wertvoll. Bei km 12 ging es dann \u00fcber den Main und das erste Mal sp\u00fcrte ich meine Waden, wieder das bereits vom Frankfurter Halbmarathon im M\u00e4rz bekannte Zwicken in der rechten Wade. Der Zugl\u00e4ufer lief immer noch Zeiten um 4:50 pro km und ich f\u00fchlte mich schon nicht mehr allzu gut. Dummerweise (oder im nachhinein vielleicht auch gl\u00fccklicherweise) funktionierte meine Pulsuhr trotz codierter \u00dcbertragung nicht, sodass ich dazu gezwungen war, nach Gef\u00fchl zu laufen. Und das sagte mir bei km 20, dass ich nicht mehr kann. Meine innere Stimme sagte mir, dass die Erholungszeit nach dem Berlin-Marathon wohl doch zu kurz war und dass ich die 3:29:00 auf keinen Fall schaffen werde. Ich war wirklich kurz davor, aufzugeben, weil ich beim Halbmarathon (1:44:22) wirklich nicht dachte, dass ich das nochmal f\u00fcr die selbe Strecke aushalte. Aber so ab km 25 sah ich auf einmal wieder Licht am Ende des Tunnels. Dem Pace-L\u00e4ufer, zu dem ich vorher gute 100m Abstand hatte, kam ich pl\u00f6tzlich immer n\u00e4her, ohne das Gef\u00fchl zu haben, schneller zu laufen. Auch die Schmerzen waren auf einmal weg. Und bei km 27 hat es dann Klick gemacht: Ich wusste, dass ich im Training die letzten 15km auf Marathon-Geschwindigkeit durchgehalten hatte und dass es nur noch 75 Minuten bis ins Ziel sind. Pl\u00f6tzlich hatte ich das Gef\u00fchl und die Sicherheit, dass ich die 3:29:00 schaffen werde. Immer wieder habe ich mir an jedem Kilometerschild gesagt: Nur noch xx Minuten bis ins Ziel, Du hast das schon in der Endbeschleunigung geschafft. Und ich musste an einen Satz von Herbert Steffny denken: \u201eDu willst doch nicht wegen einer halben Stunde schwerer Beine die Arbeit und das Training von einem halben Jahr versauen!\u201c. Und diesen Kampf gegen mich selbst habe ich echt gewonnen.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.frankbauer.net\/images\/BeiKM35.jpg\"><img decoding=\"async\" style=\"margin: 10px 0px 10px 10px; float: right;\" src=\"http:\/\/www.frankbauer.net\/images\/BeiKM352.jpg\" border=\"0\" width=\"640\" alt=\"\" \/><\/a><br \/>\nBei km 35 Stand mein Schatz an der Strecke und hat Fotos gemacht, f\u00fcr einen kurzen Kuss hat es auch noch gereicht. Auf den letzten km habe ich mich dann in einen Rausch gelaufen und noch richtig viele L\u00e4ufer abgezogen. Meine letzten km bin ich in 4:39 gelaufen, ich dachte echt ich spinne, als ich die km-Zwischenzeiten auf meiner Uhr gesehen habe. Ich nahm mir vor, beim Zieleinlauf, der direkt in die Festhalle f\u00fchrt, 10m vor der Ziellinie aufzuh\u00f6ren zu laufen, um den Moment richtig zu genie\u00dfen. Nat\u00fcrlich habe ich das nicht gemacht, sondern bin bis zur Ziellinie durchgelaufen, meine Zeit lag bei exakt 3:28:00, damit bin ich den zweiten Halbmarathon in nur 1:43:38 gelaufen, also 44s schneller als die erste H\u00e4lfte und nur 52s langsamer als meine aktuelle Halbmarathon-Bestleistung. Als ich dann endlich \u00fcber die Ziellinie gelaufen war und die Zeit auf meiner Uhr gesehen habe, ist mir erstmal ein Urschrei entfahren, so habe ich mich \u00fcber meine Zeit und \u00fcber den Sieg gegen meine innere Stimme gefreut. Insgesamt bin ich auf Platz 1879 von ungef\u00e4hr 11.500 L\u00e4ufern gekommen, geh\u00f6re also zu den besten 16,5%.&nbsp;<\/p>\n<p>Heute, einen Tag sp\u00e4ter, geht es mir ansich pr\u00e4chtig. Meine Beine schmerzen absolut gar nicht, nach Berlin hatte ich ja noch ein leichtes Ziehen in den Oberschenkeln gesp\u00fcrt. Meine Waden sind auch ok, wobei ich dem Problem mit der rechten Wade nun mal endg\u00fcltig auf den Grund gehen muss. Lediglich mein linker Fu\u00df tut ordentlich weh, das liegt einerseits an meinem Sichelfu\u00df und andererseits an den Asics DS Racer Schuhen, die zwar extrem leicht waren und sich sehr gut liefen, aber eben doch auch sp\u00fcrbar weniger d\u00e4mpfen. Diese Reizung des Mittelfu\u00dfknochens ist bis morgen aber sicher wieder weg.<\/p>\n<p>Insgesamt kann ich also mit der Laufsaison 2007 sehr zufrieden sein. Ich bin zwei 10km-Rennen, einen Halbmarathon und zwei Marathons gelaufen, und das in Anbetracht meines Leistungsverm\u00f6gens im April 2006 sogar in ziemlich guten Zeiten. Den B\u00e4nderriss im Fr\u00fchjahr habe ich gut auskuriert, auch das war nicht unbedingt selbstverst\u00e4ndlich. Mal sehen, was das n\u00e4chste Jahr lauftechnisch mit sich bringt. Ich kann noch nicht absch\u00e4tzen, wieviel Zeit ich neben dem Job zum Trainieren haben werde. F\u00fcr den Frankfurter Halbmarathon am 02. M\u00e4rz 2008 habe ich mich auf jeden Fall schonmal angemeldet, und vielleicht kommt ja noch der Hamburg-Marathon dazu. Ansonsten h\u00e4tte ich nat\u00fcrlich schon Bock, im Laufe der Jahre die vielen internationalen Marathons abzuklappern, aber das ist echt Zukunftsmusik.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute morgen ging es zum zweiten Marathon innerhalb von vier Wochen, den Frankfurt-Marathon. 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